arbeitplus wien
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Brötchen und gefülltes Gebäck in einer Feinkosttheke

Mit sechs Kindern zurück im Traumberuf

Die rothaarige Frau wirkt zierlich – aber ihr Wille ist stark. Deshalb konnte sie sich den Herausforderungen der Arbeitsuche stellen und sie überwinden. Jahrelang kümmerte sie sich um ihre Kinder, war aus dem Berufsleben draußen. Dann wagte sie den Wiedereinstieg. Sechs Kinder, die älteste Tochter ist 18, der jüngste Sohn erst vier Jahre alt – das muss man erst einmal mit den Anforderungen eines Jobs unter einen Hut bringen!

Vor ihrer langjährigen Familienzeit war Christa W. bei verschiedenen Supermärkten beschäftigt – vor allem im Bereich Feinkost. Nach der letzten Karenz begann eine aufreibende Arbeitsuche, wollte sie doch an ihren bisherigen Berufsweg anschließen. Sie bewarb sich, erntete aber zweieinhalb Jahre lang nichts als Ablehnungen. Doch sie gab nicht auf, machte übers AMS verschiedene Kurse, bis sie schließlich zu INIGO Handel kam. Das INIGO führt zwei SPAR-Supermärkte in Wien-Favoriten. Befristet beschäftigt sammeln arbeitsuchende Menschen hier Erfahrung im Lebensmitteleinzelhandel und entwickeln neue Job-Perspektiven. Beim Vorstellungsgespräch war W. sehr angespannt. So viele andere Kandidat:innen – ob sie da überhaupt eine Chance haben würde? Und dann wurde sie genommen, bekam sofort die Zusage. „Ich hab‘ mich super gefreut“, lacht W. glücklich. Aufgrund der vielen Absagen war sie schon sehr zermürbt gewesen, berichtet ihre Beraterin Daniela Müller.

Eine rothaarige Frau in Spar-Dienstkleidung mit Häubchen an einer Käsetheke

Schon der erste Arbeitstag war ein voller Erfolg. Die Arbeit fiel W. leicht und man nahm darauf Rücksicht, dass sie aufgrund der Kindergarten- und Schulzeiten in der Früh erst später beginnen konnte. „Dann habe ich mir schon die Hoffnung gemacht, ich schaffe die sechs Monate und ich schaffe es auch, dass ich in eine andere Filiale komme. Und durch die Daniela haben wir alles geschafft, wirklich alles“, strahlt Christa W..

Die Basis für diesen Erfolg ist eine seit bereits zehn Jahren bestehende Zusammenarbeit zwischen SPAR und INIGO: Arbeitsuchende erhalten in den beiden von INIGO geführten SPAR-Supermärkten nicht einfach „nur“ Arbeit und Qualifizierung im Lebensmittelhandel. Die Fachanleiter:innen waren selbst alle früher in SPAR-Filialen tätig. So können sie die Transitarbeitskräfte gezielt auf die Anforderungen bei SPAR vorbereiten. Die Teilnehmer:innen haben auch die Möglichkeit, in anderen SPAR-Filialen Praktika zu machen oder mittels Arbeitskräfteüberlassung beschäftigt zu werden. Zusätzlich sorgt eine Sozialarbeiterin dafür, dass abseits der Jobsuche allfällige Probleme gelöst werden.

Drei Frauen vor einer SPAR-Filiale, die mittlere trägt SPAR-Dienstkleidung
Zusammenarbeit vom Feinsten: (v.l.) Daniela Müller (INIGO), Christa W., Silvia Prandstetten (SPAR Jobcenter)

„Sobald die Teilnehmer:innen bei uns den Dienstvertrag haben, können sie Berufspraktikumstage bei SPAR sammeln“, erläutert Beraterin Daniela Müller. „Sie kommen dann mal raus aus unserem doch geschützteren Rahmen. Und durch das Feedback, das wir von den Marktleitungen bekommen, erfahren wir, was die Personen noch brauchen.“

Für Christa W. eröffnete sich die Möglichkeit auf eine Überlassung bereits nach zwei Monaten – viel schneller als erwartet. Ihre Beraterin war erfreut, dass sich die SPAR-Filiale Radetzkystraße so kooperativ zeigte: „Dass ihr euch darauf eingelassen habt, ihr die Chance mit diesem Arbeitszeitrahmen zu geben, das ist nicht selbstverständlich.“ Für Marktleiterstellvertreter Jeremy Piller ist das keine große Sache: „Wir halten das allgemein so, dass jeder seine Chance verdient hat.“ Und natürlich ist großes Verständnis da, wenn jemand wegen Kinderbetreuung zeitlich besondere Bedürfnisse hat. Dann geht man in Abstimmung mit den Kolleg:innen so weit wie möglich auch gerne darauf ein. So konnte die sechsfache Mutter zeigen, was in ihr steckt, die Marktleitung mit Leistung und Engagement überzeugen. „Die sind hier einverstanden, dass ich um acht Uhr beginne, am Samstag kann ich ab sechs, da mache ich auch ab sechs, wenn sie mich brauchen“, beweist sie zusätzlich große Flexibilität.

Die Marktleitung ist zufrieden mit der neuen Mitarbeiterin: „Es läuft super. Wir haben keine Probleme mit ihr, sie macht ihre Arbeit ordentlich und ist immer pünktlich.“ Silvia Prandstetten, die Leiterin des SPAR-Jobcenters, freut sich, dass durch die besondere Kooperation zwischen INIGO und SPAR wieder eine Erfolgsgeschichte zustande gekommen ist. „Wir haben durch dieses Projekt jetzt über die Jahre sehr viele motivierte Mitarbeiter:innen gewonnen. Talente, die wir vielleicht in der klassischen Vorauswahl gar nicht entdeckt hätten.“

SPAR schätzt den ganzheitlichen Ansatz des INIGO, diese Verbindung von fachlichen Vorkenntnissen und hilfreicher sozialer Begleitung. Garanten für den Erfolg der Zusammenarbeit sind große Wertschätzung, absolutes Vertrauen und regelmäßiger Austausch. Wöchentlich meldet SPAR dem INIGO seine offenen Stellen, damit diese bedarfsgerecht besetzt werden können.

Im Austausch informiert die Caritas über Praktika und Überlassungen in den einzelnen Filialen. Letzteres funktioniert ohnehin sehr unkompliziert: Die Filialleitung wendet sich direkt ans INIGO, wenn sie etwa jemanden für die Feinkost sucht. Oft kann bereits innerhalb einer Woche ein Praktikum starten. Wenn alles passt, kommt es schnell zur Vermittlung und sogar zur Übernahme, so wie bei Christa W. – und wieder ist ein Personalproblem gelöst! Für die 38-Jährige ist mit dem fixen Job ein Traum in Erfüllung gegangen: „Ich bin total glücklich hier. Ich verstehe mich mit allen Kolleg:innen. Wir haben sehr viel Spaß, wir lachen viel.“ Ihre Erfolgsgeschichte zeigt eindrucksvoll, dass sich Familie und Beruf vereinbaren lassen – mit Mut, Unterstützung und dem richtigen Umfeld.
Christa W. war beim arbeit plus Wien-Mitglied INIGO Handel (Caritas) beschäftigt und arbeitet jetzt in der SPAR-Filiale Radetzkystraße in Wien-Landstraße.

„Ich bin wieder genau dort, wo ich hinwollte.“
Christa W.

„Die Kooperation mit INIGO ist ein Erfolgsmodell.“
Silvia Prandstetten, Leiterin SPAR Jobcenter