Erfolg, der weiterwirkt
„Ich muss gestehen, ich war sehr beeindruckt, weil Frau J. eine alleinerziehende Mama ist. Trotzdem hat sie voller Energie und Tatendrang Arbeit gesucht“, erinnert sich Eva Stemberger, Coach und Outplacerin beim Wiener Hilfswerk. Es war im Sommer 2024, als die 40-Jährige das erste Mal zu ihr in die Beratung kam, um neue berufliche Perspektiven zu erhalten. Ursprünglich kommt Ana J. aus Serbien. In ihrer alten Heimat hat sie eine Ausbildung als Maschinenbautechnikerin für Mess- u. Regeltechnik abgeschlossen, aber nie in diesem Bereich gearbeitet. Als sie 2006 nach Wien kam, suchte sie sofort nach einer Anstellung, arbeitete lange Zeit in der Reinigungsbranche. Zuerst bei einer Bank, dann sorgte sie in einem Studentenwohnheim dafür, dass die Studierenden ein sauberes Zuhause haben. Schließlich wurde sie ar beitslos.
Die Arbeitsuche wollte sie nutzen, um sich beruflich neu zu orientieren: Vor allem eine Beschäftigung im Handel interessierte J. sehr. „Zuerst dachte ich an ein Beleidungsgeschäft, weil ich mich für Kleidung interessiere“, erzählt die modebewusste Frau. Ein Jahr suchte sie vergeblich nach einem Job, der sich auch mit der Kinderbetreuung vereinbaren lässt. Ihre ältere Tochter war damals zwar schon 16 Jahre alt, aber die jüngere mit nur acht Jahren brauchte ihre Mutter doch noch sehr.
Über Vermittlung des AMS erhielt Ana J. schließlich eine Stelle im SOMA Sozialmarkt des Wiener Hilfswerks. „Für mich war es ein perfekter Job“, schwärmt J.. „Die ersten zwei Wochen hab‘ ich im Lager gearbeitet. Dann Obstabteilung, auch Kassa hab‘ ich gemacht.“ Im SOMA können langzeitbeschäftigungslose Menschen Arbeitserfahrung im Handel sammeln, sich in allen Bereichen eines Supermarkts ausprobieren und qualifizieren. Von der Datumskontrolle bis zum Auspreisen, vom Obstsortieren bis zum Verpacken der Backwaren.
Im SOMA fühlte sich die engagierte Frau wohl, freute sich über neue Aufgaben und Einblicke. „Ich bin sehr froh, dass ich in diesem Team war“, resümiert J.. „Alle haben geholfen, unterstützt. Herr Bernardo, einfach alle!“ Das bestätigt auch Eva Stemberger: „Das Team im SOMA ist großartig. Das läuft super, mit ganz viel Herzblut. Da ist einfach viel Liebe und Zuneigung zu den Menschen dahinter.“ Die Transitarbeitskräfte leben sich im SOMA rasch ein und können hier in einem geschützten Arbeitsumfeld ihr Potenzial zeigen, sich weiterentwickeln. Gemeinsam mit den Outplacer:innen erarbeiten sie neue Jobperspektiven, aktualisieren ihre Bewerbungsunterlagen und erarbeiten neue Strategien für den Einstieg in ein dauerhaftes Dienstverhältnis. Und dieser Einstieg muss nicht zwangsläufig im Handel stattfinden: Die Berater:innen haben viele hervorragende Ideen, in welchen Bereichen man sich bewerben könnte. „Da ist ein ganz, ganz großer Respekt für das, was die Menschen wollen“, erläutert Stemberger, wie auf die Bedürfnisse und Vorstellungen der Teilnehmer:innen eingegangen wird.
Nun, bei Ana J. war ja der deutliche Wunsch nach einem Job im Handel da, also wurde hauptsächlich in diesem Bereich gesucht. Aber natürlich ist es beim Bewerben vorteilhaft, wenn man sich breit aufstellt. Deshalb bewarb sich J. zum Beispiel auch für eine Stelle in einem Schulbuffet – da wären die Arbeitszeiten besonders gut mit der Kinderbetreuung vereinbar gewesen. Und auch auf ihren technischen Hintergrund wurde nicht vergessen: Ein Bekannter der 40-Jährigen arbeitet bei Siemens, also bewarb sie sich auch dort. Parallel dazu machte sie ein einwöchiges Praktikum bei INTERSPAR. „Und dann ist es ratzfatz gegangen“, lacht Outplacerin Stemberger. Ana J. ergänzt freudestrahlend: „Ich hab‘ bis Freitag Praktikum gehabt und am Montag wurde ich schon aufgenommen!“ Natürlich unterscheidet sich die Arbeit in einem riesigen Supermarkt von der Tätigkeit im doch überschaubaren SOMA, jedoch als Einstieg, als Vorbereitung war der Job beim Wiener Hilfswerk ideal.
Seit Februar 2025 ist Ana J. bereits bei INTERSPAR als Regalbetreuerin im Lebensmitteltrockensortiment, wie es im Fachjargon heißt, beschäftigt. Und das ist durchaus körperlich schwere Arbeit, denn sie muss riesige Pakete mit Öl, Mehl oder Zucker transportieren und hochheben. „Die erste Woche hab‘ ich Muskelkater gehabt“, erzählt J., die mittlerweile schon perfekt eingearbeitet ist. Auch die Töchter sind bereits an den neuen Tagesrhythmus ihrer Mutter gewöhnt, sind selbstständiger geworden, denn die Arbeitszeiten sind doch noch einmal herausfordernder als im SOMA. Die Vormittagsdienste beginnen um sechs Uhr. „Meine kleine Tochter muss dann alleine aufstehen. Das schafft sie, jetzt ist sie ja schon zehn“, freut sich J..
Ana J. hat immer Wert darauf gelegt, ihren Töchtern ein Vorbild zu sein – mit ihrem neuen Job schafft sie das perfekt. Noch dazu, weil ihre Erfolgsgeschichte Türen öffnete. Sie hat quasi den Weg bereitet für eine zukunftsträchtige Zusammenarbeit mit INTERSPAR. Das Unternehmen wurde zu einem guten Vermittlungspartner im umfangreichen und vielseitigen Portfolio des Wiener Hilfswerks. Die Kooperation mit INTERSPAR bringt viele neue Chancen und Möglichkeiten. „Es funktioniert sehr, sehr gut“, ist Stemberger begeistert. „Wir bekommen Informationen, wo jemand gesucht wird, Anfragen, ob wir jemand Passenden hätten. Unsere Teilnehmer:innen dürfen Praktika absolvieren.“ Und die Auswahl überzeugt offenbar, denn INTERSPAR übernahm bereits zwei weitere Transitarbeitskräfte aus dem SOMA fix – mit Ana J. als leuchtendem Vorbild.
Ana J. war beim arbeit plus Wien-Mitglied SOMA Sozialmarkt des Wiener Hilfswerks beschäftigt und arbeitet jetzt bei INTERSPAR.
Ich kann nur das Beste sagen über den Sozialmarkt.“
Ana J.
„Die Partnerschaft mit INTERSPAR ist kongenial.“
Eva Stemberger, Wiener Hilfswerk