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Farne

Endlich an der richtigen Stelle angekommen

Wer schon mal die Höhenstraße entlanggefahren ist, ist ihnen viel leicht schon begegnet: den engagierten Mitarbeiter:innen der Wiener Stadtgärten! Gut möglich, dass da auch Markus V. dabei war. Bestens ausgerüstet mit Warnweste, Handschuhen, Gehörschutz und Visierhelm bedient er die Motorsense und sorgt für mehr Sicherheit, indem er die Straßenränder und
-leitpflöcke für eine gute Sicht im Verkehr freischneidet. Böschungsmäher lautet die offizielle Bezeichnung. Doch wie kommt man zu diesem coolen, aber körperlich herausfordernden Beruf? Nun, bei Markus V. waren da einige Zufälle und eine Portion Glück im Spiel – und ganz viel Unterstützung durch die Volkshilfe TAV-Betriebe.

Eigentlich hat der junge Mann Bauspengler gelernt, war auch in diesem Bereich tätig. Als er ar beitslos wurde, stand der junge Vater vor dem Problem, das viele Alleinerziehende haben: Wie den Neuanfang schaffen und trotz herausfordernder Arbeitszeiten gut für das Kind sorgen? Der Berater beim AMS vermittelte ihn aufgrund seiner Ausbildung in einer landwirtschaftlichen Fachschule zur Volkshilfe Wien. Nun, mit Landwirtschaft hatte V. abgesehen von der Schule nicht viel am Hut, hat doch sein Bruder den elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb übernommen. Und Volkshilfe und Landwirtschaft – das verwirrte ihn doch etwas, war ihm die Volkshilfe doch eher in Verbindung mit der Unterstützung von Obdachlosen etc. ein Begriff. Doch er war offen für alles, neugierig, was ihm das Berufsleben noch so bieten würde. „Da ist draufgestanden Außenbetreuung. Ich hab‘ mir gedacht Fensterputzen oder Zusammenkehren“, erinnert er sich lachend.

Ein Mann mit Stadt Wien-Pullover hält eine Motorsense in der Hand und hat einen Schutzhelm unter dem Arm.

Zunächst bekam er in einer Schnuppereinheit die Möglichkeit einiges kennenzulernen, konnte Schritt für Schritt wieder ins Arbeitsleben hineinwachsen. Im Rahmen einer Kooperation unterstützte Markus V.
15 Stunden in der Woche gemeinsam mit anderen Trainees die Wiener Stadtgärtner:innen. Fast wäre dies schon die Endstation gewesen, da es in der Gruppe nicht harmonierte… Der Fachbereichsleiter aber erkannte sein Potenzial, gab ihm eine zweite Chance. „Das habe ich nie vergessen“, ist V. noch heute dankbar dafür.

In einer neuen Arbeitsgruppe lief es viel besser und so wurde er bei den Volkshilfe TAV-Betrieben in die Vorbereitungsmaßnahme und schließlich in einen befristeten Dienstvertrag übernommen. Er arbeitete im Kongreßpark und überzeugte seinen Vorgesetzten durch Engagement und Können. Sogar einen Motorsägen-Kurs absolvierte er. Beraterin Barbara Dressel: „Herr V. war immer sehr aktiv, auch diesen Kurs hat er sich selbst ausgesucht. Der gleicht auch das Manko des fehlenden Führerscheins aus.“ Sie unterstützte ihn dabei, sich direkt bei den Wiener Stadtgärten zu bewerben.

Eine Frau, ein Mann in Stadt Wien-Hoodie und ein älterer Mann mit Stadt Wien-Weste
Freuen sich über die erfolgreiche Vermittlung: Barbara Dressel (Volkshilfe Wien TAV-Betriebe), Markus V. und René Tastel (Wiener Stadtgärten)

Die Volkshilfe Wien kooperiert bezüglich Personalsuche und -überlassung mit einer Vielzahl an Partner:innen: mit den Wiener Stadtgärten, der MA 48, stadtnahen Betrieben sowie Unternehmen aus der Privatwirtschaft (vor allem Handel, Reinigung). Diese Zusammenarbeit lohnt sich für die potenziellen Arbeitgeber:innen: Sie können die Kandidat:innen vor dem endgültigen Dienstvertrag bei der Arbeit erleben, sich direkt ein Bild machen. Ebenso haben die Bewerber:innen die Chance, Aufgaben, Betrieb und Kolleg:innen kennenzulernen und herauszufinden, ob der Job überhaupt für sie passt. „Mit den Wiener Stadtgärten funktioniert es einfach toll, die schauen sich die Leute an, und wenn sie überzeugt davon sind, dass jemand gut und engagiert ist, dann passt das auch“, freut sich Dressel.

So war es auch bei Markus V.. „Ich hab‘ die Bewerbung weggeschickt und schon zwei Tage später kam die Einladung“, berichtet er. „Am Donnerstag hab‘ ich den Vertrag unterschrieben und am Montag drauf bin ich schon im Kurpark Oberlaa gewesen bei den Baumpfleger:innen!“ Markus V. war glücklich über seinen Arbeitsvertrag, doch ein Rückschlag ließ ihn fast verzweifeln: Er hatte einfach ein Problem mit dem Arbeiten in großer Höhe! Für Baumpfleger:innen eigentlich ein K.-o.-Kriterium. Glücklicherweise hatte er bereits mit Engagement und Können so weit überzeugt, dass bei den Wiener Stadtgärten ein alternativer Aufgabenbereich gesucht wurde. Dem jungen Mann fiel ein Stein vom Herzen. Und so kam es, dass Markus V. schließlich zum Böschungsmäher wurde. Hier fühlt er sich wohl und auch sein Vorgesetzter weiß nur Gutes über ihn zu berichten.

„Markus ist sehr offen für alles. Er hat Spaß, er ist teamfähig, was bei uns sehr wichtig ist“, lobt René Tastel, Leiter Böschungsmäher und Kehrmaschinen, seinen Mitarbeiter. „Prinzipiell ist er im Westen Wiens stationiert und diese Mitarbeiter:innen betreuen vorrangig den 14., 16., 17., 18. und 19. Bezirk. Unsere Gruppe ist großteils zuständig für das Straßenbegleitgrün.“ Da werden eben keine Parks gemäht, sondern wirklich nur die Grünflächen entlang der Straße, also zum Beispiel Höhenstraße, Sofienalpenstraße oder Mauerbachstraße. Mit großem Kraftaufwand: „Die Arbeit ist nicht so einfach, wie sie aussehen mag, die Motorsense hat ja doch einiges an Gewicht“, weiß René Tastel und ist froh, dass der 43-Jährige auch körperlich perfekt für diese Arbeit geeignet ist. Markus V. ist den Wiener Stadtgärten dankbar für die Chance, die er nutzen konnte. Er weiß, wie schwer es ist, als Alleinerzieher einen passenden Job zu finden. Der Sohn ist mittlerweile 12 und sehr selbstständig, also wird alles ein wenig leichter. Eines steht für den engagierten Mäh-Spezialisten jedenfalls fest: „Da will ich nicht mehr weg. Da passen die Leute, da passen die Vorgesetzten, da passt alles!“ Übrigens: Den Führerschein hat Markus V. mittlerweile auch in der Tasche. Damit sind seine Karrierechancen nochmals gestiegen!

Markus V. war beim arbeit plus Wien-Mitglied Volkshilfe Wien TAV-Betriebe beschäftigt und arbeitet jetzt bei den Wiener Stadtgärten.

„Wo ich jetzt bin, ist die richtige Stelle für mich.“
Markus V.

„Wir arbeiten seit mehr als 10 Jahren mit der Volkshilfe zusammen.“
René Tastel, Wiener Stadtgärten